Wir wären dann jetzt auch fertig mit dem Winter …

Wir wären dann jetzt auch fertig mit dem Winter …

Dieser Winter überraschte uns mit unerwartet viel Schnee. Schnee? In Bayern? Im Winter? Die Spezies der einstigen „Alpenbewohner“ hat dieses Jahr mit geradezu verwirrenden Bedingungen zu kämpfen: die herbstlichen Übergangsjacken halten beim Sonntagsspaziergang plötzlich nicht mehr ausreichend warm, die Schnee-unerfahrenen Schuhe bieten gerade mal so viel „Grip“, dass man den Weg zum Supermarkt mehr tänzelnd als souverän zurücklegt, und die bisher unnötige Investition in Winterreifen zwingt uns zur ungeliebten Benutzung der im Winter ebenso irritierten öffentlichen Verkehrsmittel.
Da treten Probleme auf, die wir seit Jahren nicht mehr kannten: blaugefrorene Hände, tropfende Nasen, nasse Füße und die Konfrontation mit diesem kalten, weißen Etwas, das wir nur noch aus Dokus über die vergangenen Jahrhunderte kennen. Zuerst, ja zuerst einmal jubiliert natürlich das Kind in uns beim Anblick der vielen Schneemassen, wenn man nach dem Aufstehen in die völlig verschneite Winterlandschaft blickt. facebook & Co. bezeugen, dass sich der kindliche Spieltrieb kurzzeitig durchsetzt: da werden Schneemänner gebaut, fotografiert und online gestellt, Schneeballschlachten per Video mitgeschnitten, Kinder kugeln sich in Michelin-Männchen-artigen Outfits die Rodelberger herunter – und der ein oder andere springt nach einer fröhlichen Partynacht einfach kopfüber in den nächsten Schneeberg. Die Freude hält an – für etwa einen Tag. Danach wird schon wieder gejammert. Und ich finde: zurecht.

Denn: wann bitte soll man bei solchen Temperaturen seine Tracht anziehen? In den Haferschuhen füllen sich nach drei Metern Fußweg auch die letzten Zwischenräume zwischen Zehen und Schuh mit Schnee, Schneeklumpen hängen am Rocksaum – und sowieso sieht das Dirndl unter jeder dicken Daunenjacke einfach irgendwie merkwürdig aus. Lauthals stimmen wir also in das Geschrei auf den Social Media Plattformen mit ein: Wir wollen Frühling! Wir wollen keinen Schnee mehr! Es reicht! Dieses Wetter ist eine Frechheit!

Und so beobachten wir hämisch grinsend jede Dachlawine, wir entwickeln eine diabolische Freude über den Anblick des langsam in sich zusammenfallenden Schneemanns vor der Türe und checken täglich die Wettervorhersage auf unserem Smartphone. Bald ist es wieder soweit: die Tracht wird aus ihrem Verlies (auch genannt „Schrank“) befreit und darf endlich wieder das Tageslicht sehen! Und mit herannahendem Frühling steigt zudem auch wieder die Häufigkeit der Trachtenveranstaltungen und Gelegenheiten, Dirndl und Lederhose ohne Skimütze, Fäustlinge und Moonboots zu tragen. Auch unsere Zwergerl müssen wir nun nicht mehr wie kleine unförmige, kugelige Watteknäule in 700 Lagen Zwiebelschicht-Outfits verpacken, sondern können sie endlich wieder in ein bequemes und trotzdem fesches Dirndl stecken. Da jubiliert nicht nur das sonnenhungrige Herz, sondern auch die Waschmaschine.

(darum heute schon unser Tipp: schnell eines unserer zuckersüßen Kinderdirndl sichern – der Frühling kommt bald!)


Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.